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Einweihung der Eisvogelwand

Ein fast tropisch anmutender Exot der heimischen Vogelwelt hat an den Ziegeleiweihern in Wettwsil ein neues Zuhause gefunden.

Die Ziegeleiweiher nahe der Gemeindegrenze Bonstetten-Wettswil sind an und für sich schon ein kleines Wunder: Aus einem brachliegenden Relikt der frühen Industrialisierung im Amt ist ein Naturschutzgebiet von überkommunaler Bedeutung entstanden, das Bewohnern beider Gemeinden Gelegenheit zur Naturbeobachtung und Erholung sowie den Mitgliedern des Fischereivereins Wettswil zur Ausübung ihres Hobbies bietet. Nun soll dieser Raum um eine weitere Attraktion reicher werden.

Schon seit Jahren beobachtet Walter Zuber, in Wettswil wohnhafter Ornithologe und Präsident des Vereins Naturnetz Unteramt, bei seinen Rundgängen das regelmässige Erscheinen des Eisvogels. Dieser Vogel, mit seinem bunten, schillernden Gefieder, ein fast tropisch anmutender Exot unserer heimischen Vogelwelt, benötigt als Fischfresser nicht nur die Nähe von Gewässern, sondern auch Steilufer für sein Brutgeschäft. In Verbindung mit der Ernennung des Eisvogels zum Vogel des Jahres 2007 entstand hieraus die Idee, an diesem regelmässig frequentierten Ort eine Brutwand zu errichten. Der Verein Naturnetz Unteramt zeichnet als Trägerschaft des Projektes „Eisvogelbrutwand“ und leistet auch einen finanziellen Beitrag. Mit der zusätzlichen finanziellen Unterstützung des Vereins Idee Reppisch, des Natur- und Vogelschutzvereins Aesch und der Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich gelang es, die Ausführung sicherzustellen.

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Walter Zuber, Vizepräsident des VNU, erklärt das Projekt. Unter den Zuhörern ist auch Eva Torp (3.v.r.), Kantonsrätin und Präsidentin des Vereins Idee Reppisch

 

Auf der bautechnischen Seite durften wir auf die Unterstützung des Bauingenieurs Gerry Veronesi zählen. Insgesamt mussten 30 t an Steinen, Sand und Kalk zum eher unzugänglichen Standort am Ufer des Mittelweihers transportiert werden. Da war die Unterstützung des Fischereivereins Wettswil, der zwei Boote und seinen Gerätschuppen zur Verfügung stellte, sehr willkommen.

Trotz der erschwerten Zugänglichkeit wurde der Bauplatz von Vandalen entdeckt, die Schalungsbretter und Balken zerstörten und eine Menge Abfall hinterliessen. Auch Diebe wussten sich an den vor Ort lagernden Baumaterialien zu bedienen. Nach den zu unserer Überraschung erfolglosen Versuchen, Sozial- und Zivildienst Leistenden einzusetzen - die zu bewältigenden Tiefbauaufgaben erwiesen sich ganz offensichtlich als zu schwierig - haben es die Lehrlinge der Fa. J. Wiederkehr AG in Dietikon dann "hingeklopft".... (Der Anzeiger hatte hierüber am 11.11.2008 berichtet.) Der eine oder andere soll dabei ein unfreiwilliges Bad im Weiher genommen haben.

Am frühen Abend des 9. März fand nun in Anwesenheit von Eva Torp, Kantonsrätin und Präsidentin des Vereins Idee Reppisch, von Vertretern des Vereins Naturnetz Unteramt, des Natur- und Vogelschutzvereins Aesch, des Fischereivereins und des Lehrlingsausbildungsleiters der J. Wiederkehr AG und von drei Generationen der Familie Veronesi, die sich durch besonderen Einsatz ausgezeichnet hatte, eine Besichtigung des Werkes statt. Der Gemeinderat Wettswil, der das Projekt stets sehr wohlwollend begleitete, hat sich wegen einer gleichzeitig stattfindenden Sitzung entschuldigt.

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Auf dem Weg zur Besichtigung des Ziegeleiweihers

 

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Das ist die künstliche Eisvogelbrutwand. Links im Bild der zugefrorene Weiher und im Hintergrund Wettswil.

 

Beim abschliessenden Apéro in der Besenbeiz der Familie Locher in Bonstetten wurde bereits die nächste Aufwertungsmassnahme an den Ziegeleiweihern skizziert: Aufgrund ihrer Geschichte weisen die Ziegeleiweiher eine sehr einfache Struktur mit steilen Ufern auf. Flache Ufer- und Schilfzonen fehlen fast völlig. Die Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich wird in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wettswil im nächsten Winterhalbjahr an geeigneten Stellen zwei Flachuferzonen abtragen.

Karl-Henning Junghanns, Verein Naturnetz
Unteramt, 5.3.2009

 

Der Verein Naturnetz Unteramt ist eine lokale Sektion des ZVS/BirdLife Zürich und von BirdLife Schweiz.